Dick und doof durch Weizen

Macht Weizen dick, doof und krank?

Man könnte es fast meinen, wenn man die Titel der letzten Bestseller aus dem Bereich Ernährung studiert. „Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht“ und „Dumm wie Brot – wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ machten den Anfang, weitere Bücher schließen sich an. Die Schriftsteller sind allesamt ernstzunehmende Größen aus Medizin und Wissenschaft. Dr. Perlmutter zum Beispiel, der Autor von „Dumm wie Brot“, ist praktizierender Neurologe und Facharzt für Ernährungsmedizin und damit der einzige Arzt in den USA mit dieser Doppelqualifikation.
Der allseits so beliebte Weizen wird angeklagt, Verursacher einer Reihe schlimmer Zivilisationskrankheiten zu sein, darunter Diabetes, Alzheimer, Parkinson, ja sogar Autismus, aber auch chronische Müdigkeit und Übergewicht trotz bewusster Ernährung. Es ist sogar die Rede davon, dass Weizen wie eine Droge wirkt und er wird als „Killerkorn“ bezeichnet. Doch wie kann es sein, dass unser tägliches Brot und scheinbar harmlose Pizza und Pasta so gefährlich sind? Ist Weizen nicht seit Jahrtausenden Bestandteil unserer Ernährung? Und warum erfahren wir erst jetzt von den schädlichen Wirkungen?

Was kaum einer weiß: In den achtziger Jahren wurde dieses Getreide aggressiv genetisch verändert. Der Weizen, den wir heute zu uns nehmen, hat mit dem Weizen von vor hundert Jahren kaum noch etwas zu tun. Faktisch wurde „nur“ etwa 1 Prozent der genetischen Information verändert. Das ist so viel, wie den Menschen vom Schimpansen unterscheidet – der kleine Unterschied ist offensichtlich. Ziel der aggressiven Züchtungen war ein Weizen, der mehr Ertrag bringt, der pflegeleichter ist – also der Lebensmittelindustrie mehr Profit bringt. Weizen ist ein supergünstiger Rohstoff, der sich leicht in hochpreisige Fertiggerichte verwandeln lässt. Gesundheitliche Aspekte waren den Verantwortlichen selbstredend völlig egal. Als zufälliges Nebenprodukt enthält der heutige Weizen appetitanregendes Gliadin. Dieser Stoff begeistert die Lebensmittelindustrie so sehr, dass sie ihn zahllosen Fertiggerichten zufügt, um die ahnungslosen Konsumenten stets hungrig zu halten. Weizen macht Appetit: auf weizenhaltige Produkte. Und auf nichtweizenhaltige Produkte.

Bist Du von der Weizensucht betroffen? Mache den Selbstversuch und verzichte drei Tage auf jeglichen Weizen. Wenn allein der Gedanke daran schon Panik und Abwehr bei Dir verursacht, betrifft Dich das Thema wahrscheinlich. Wenn Du während der drei Tage unter Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Schwäche leidest, wenn Deine Gedanken ständig um Croissant und Co kreisen, dann kannst Du fast sicher sein, dass es Deinem Körper und Deiner Psyche wesentlich besser ginge ohne Weizenprodukte. Wir reden hier ausdrücklich nicht von der Zöliakie – einer schweren Erbkrankheit, die etwa ein Prozent der Bevölkerung betrifft – sondern von einer Weizenunverträglichkeit, die viele Menschen betrifft. Die Symptome können vielfältig sein: Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen und Depressionen, Gelenkschmerzen, ein schwaches Immunsystem, Schwächegefühle, Verdauungsprobleme und eben auch Übergewicht, trotz ansonsten gesunder Ernährung. Uns sind viele Menschen bekannt, die allein durch den Verzicht auf Weizenprodukte endlich ihre Gewichtsprobleme in den Griff bekamen!

Solltest Du also nur den geringsten Verdacht hegen, dass Dich dieses Thema betrifft, habe ich folgende Ratschläge für Dich:

1. Stelle Dich der Herausforderung und verbanne für nur drei Monate Weizenprodukte aus Deiner Ernährung, um Gewissheit zu erlangen! Und wundere Dich über den Zuwachs an Energie und guter Laune, der sich nach einer schwierigen Phase von Tagen oder Wochen einstellt. Nach den drei Monaten kannst Du neu entscheiden, ob Du dabei bleiben möchtest. Doch vermutlich wirst Du nicht zu Deinen alten Gewohnheiten zurückkehren wollen!

2. Lerne Alternativen kennen, wie die sogenannten Pseudogetreide Quinoa, Amaranth und Buchweizen.

3. Informiere Dich über glutenhaltige Lebensmittel und meide diese unbedingt. Gluten, das Weizeneiweiß, findet sich nicht nur in Brot, Pasta und Pizza, sondern ist auch in vielen Fertigprodukten versteckt. Koche also möglichst oft selbst. Lerne, Dir gesunde und leckere Mahlzeiten zuzubereiten!

4. Eine schöne Alternative zu herkömmlichen Nudeln sind Nudeln aus der Konjakwurzel. Dieses traditionelle Produkt aus Asien enthält nützliche Ballaststoffe und ist nahezu kalorienfrei! Du erhältst Nudeln und „Reis“ aus der Konjakwurzel im Reformhaus oder im Internet.

5. Falls Du es ohne Brot überhaupt nicht aushältst, kannst Du in der Übergangsphase auf glutenfreies Brot zurückgreifen. Ein schönes Sortiment an glutenfreien Produkten gibt es zum Beispiel in den d.m. Drogeriemärkten.

6. Weizengras wird aus Kamut, dem Urweizen, hergestellt und ist nicht schädlich, sondern eine supergesunde Nahrungsergänzung voller Mineralstoffe und Vitamine.

Auch wenn es erst einmal wie ein Verzicht erscheint – gesunde Ernährung kann und soll lecker sein.

Author: Redaktions-Team

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